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Wir möchten maximal transparent sein:

Das SchwuZ wurde 1977 gegründet und ist Deutschlands ältester queerer Club und größte queere Kulturinstitution. Seit dem Jahr 2013 befindet sich das SchwuZ in den Räumen der alten Kindl-Brauerei in Neukölln an seinem mittlerweile vierten Standort.
Die Räume werden durch die SchwuZ Kulturveranstaltungs GmbH betrieben, die zu 100% dem SchwuZ e.V. gehört. Das SchwuZ gehört somit direkt der Community und nicht irgendeiner Privatperson.

Durch den Umzug wurden in die Räume am Standort Neukölln bis heute rund 1,5 Millionen Euro investiert. Darüber hinaus hat das SchwuZ aktuell rund 100 Beschäftigte und im Durchschnitt monatlich rund 300 Dienstleister_innen wie DJs, Künstler_innen, externes Personal, Techniker_innen die bezahlt werden müssen.

Wie ist die aktuelle Situation?

Wir möchten euch heute am 19. Juni 2020 mal wieder aktuelle Infos aus dem SchwuZ geben. Und die Fragen, die viele von euch drängen, stellen wir uns ebenfalls jeden Tag: Wie geht es dem SchwuZ in der Corona-Pandemie? Wird das SchwuZ wieder öffnen? Haben die Spenden gereicht? Wann kann ich endlich wieder Feiern gehen?

Wir haben ein wenig mit einem Update zu unserer Situation gewartet, damit die Politik die Möglichkeit bekommt, die angekündigten Unterstützungen in konkrete Programme umzuwandeln. Das ist mit der Soforthilfe IV auch passiert. Von der Ankündigung im April und dem Beschluss im Mai sind jetzt viele Tage und Wochen vergangen. Auch das SchwuZ hat einen Antrag auf die Soforthilfe IV gestellt und musste durch eine umfangreiche Wirtschaftsprüfung bei denen mehr als 200 Seiten an Unterlagen eingereicht wurden. Diese Prüfung ist seit über 14 Tagen abgeschlossen, ein Ergebnis wurde uns jedoch bisher nicht mitgeteilt. Kein einziger Euro wurde an uns überwiesen. Es gibt auch leider trotz Nachfrage bei der Senatsverwaltung für Kultur und Europa keine Rückmeldung von der IBB über unseren Antragsstatus. Wir gehen jedoch davon aus, das wir als Club, der in den vergangenen Jahren solide gewirtschaftet hat, trotz geringer Rentabilität die Soforthilfe nicht oder nur verzögert erhalten. Warum ist das so?

Das SchwuZ hatte in 2019 eine Umsatzrendite von 1,8 % und in den vergangenen 3 Jahren im Durchschnitt eine Umsatzrendite von 0,7 %. Trotz dieser bescheidenen Voraussetzungen haben wir einen Kredit bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Höhe von 300.000 Euro beantragt und genehmigt bekommen. Die Haftung für diesen Kredit wird zu 100% vom Staat übernommen. Wir haben diesen Kredit erhalten und das bedeutet, das es sich um Schulden handelt. In 2 Jahren müssen wir beginnen, diese Schulden zurück zu bezahlen. Gleichzeitig heißt das auch, dass wir demnach wohl erst einmal nicht mit einer Soforthilfe rechnen können. Zwar verschafft uns der Kredit ein wenig mehr Atem um die laufenden Kosten für z.B. Mieten, Strom, Versicherungen und Gebühren bis zum Ende des Jahres zu decken – doch bleibt der Kredit eben ein Kredit. Auch das Kurzarbeiter_innengeld strecken wir für unser Team gerade 90 Tage lang vor – die Bearbeitung bei der Agentur für Arbeit erfolgt nicht gerade sehr zeitnah und der Krise angemessen.

Deshalb haben uns die Spenden von euch extrem geholfen, um nicht schon Ende Mai in die Insolvenz zu schlittern. Bis zum 08.06.2020 haben wir insgesamt rund 85.000 Euro eingesammelt. Davon gehen rund 8.000 Euro für Gebühren, Provisionen und Umsatzsteuer drauf, so das wir einen Verwendungsbetrag von rund 78.000 Euro zur Verfügung hatten um all die laufenden Kosten zu decken. Anfang Juni wurde dann auch die Kreditsumme von 300.000 Euro ausgezahlt, die uns notwendige Liquidität verschafft.

Dennoch ist das SchwuZ noch lange nicht gerettet.

Wir haben auch damit begonnen, unser Versprechen einzulösen und die ersten Unterstützungszahlungen für Künstler_innen zu überweisen. Rund 30 Anträge auf Unterstützung haben uns erreicht und wir freuen uns, wenn wir einen kleinen Beitrag aus euren Spenden leisten können um Künstler_innen in besonders prekären Situationen zu unterstützen. Ebenfalls wird in den nächsten Tagen ein Betrag von rund 4.000 Euro an Lesvos Lgbtiq+ Refugee Solidarity überwiesen zur Unterstützung der Arbeit dieser NGO an der europäischen Außengrenze.

Sofern es die Situation zulässt, planen wir auch eine zweite Unterstützungsrunde im Herbst um weiteren Personen unter die Arme zu greifen, für die keine Hilfsangebote vorhanden sind.

Inzwischen sind die meisten physischen Goodies aus unserer StartNext Kampagne verschickt oder ausgehändigt worden. Für die gebuchten Erlebnispakete bitten wir noch um Geduld, bis die Kontaktbeschränkungen aufgehoben bzw. das SchwuZ wieder eröffnet ist. Und wer auf seie Emails nicht reagiert hat und das hier liest: Es sind noch einige wenige Sachen, die nicht abgeholt worden sind, im Büro – wir freuen uns über eine Rückmeldung.

Wir wissen, dass sich die Politik redlich bemüht, die Pandemie in den Griff zu bekommen. Nun gibt es eine Ankündigung von Klaus Lederer, weitere Mittel zur Verfügung zu stellen um die besonders von der Pandemie betroffenen Clubs und Kultureinrichtungen weiter zu unterstützen. Das finden wir gut und fordern dazu auf, das Wort auch zu halten. Denn ein beschleunigtes Clubsterben kann und darf nicht das Interesse unserer Stadtgesellschaft sein. Und die Politik muss verstehen, das es keine Zeit gibt lange zu warten. Der Atem wird dünner. Und unser weiterhin vorhandener Optimismus schwindet mit jedem Tag an dem keine staatliche Hilfe kommt.

Wir fordern auch eine Lösung zu den Gewerbemieten. So sollen Gewerbemieten in der Zeit, in der wir behördlich geschlossen sind, um 50% reduziert werden, da wir die Räume nicht für den eigentlichen Mietzweck nutzen können.

Auch werden wir alle weiteren staatlichen Hilfen die gerade angekündigt worden sind – und hoffentlich im Bundestag verabschiedet werden – beantragen. Wir wissen jedoch aktuell noch nicht, ob wir überhaupt dazu berechtigt sind, diese Programme in Anspruch zu nehmen. Wir lassen nichts unversucht um das SchwuZ zu retten.

So sind wir auch weiterhin auf die Unterstützung aus der Community angewiesen und freuen uns über jede finanzielle Unterstützung. Wieviel wir am Ende brauchen hängt sehr von den Programmen des Landes Berlin und des Bundes ab. Wir versprechen auf jeden Fall, sofern Spenden übrig bleiben, diese sinnvoll zu verwalten. Und wir legen uns auch weiterhin für euch ins Zeug, um über unser Live-Streaming ein Angebot zu schaffen, welches ein wenig Ablenkung und Unterhaltung in euren Alltag bringt. Das Team und die Protagonist_innen unseres Streaming Angebots arbeiten alle Pro-Bono um das Programm möglich zu machen. Dafür wollen wir uns auch hier ganz offiziell bedanken. Ohne diesen Einsatz wäre es unmöglich.

Obwohl keine Partys und Clubbetrieb möglich ist, können wir das SchwuZ für bestimmte Arten von Veranstaltungen nutzen. Zum Beispiel können bei uns Konferenzen, Tagungen, Vereinssitzungen, digitale Produktpräsentationen, Livestreams, Hybride Veranstaltungsformate und kleine Messen unter Einhaltung der aktuellen Hygienevorschriften tagsüber stattfinden. Wer also einen Raum für diesen Zweck sucht, oder eine Firma kennt, die dazu passt, dann hilft uns jeder Kontakt dazu. So können wir zumindest versuchen, ein bisschen Umsatz zu generieren um vor allem unsere Mitarbeiter_innen zeitweise aus der Kurzarbeit zu holen und ihnen ein besseres Einkommen zu ermöglichen.

Die verschiedenen Möglichkeiten uns mit Spenden zu unterstützen sind:

PayPal: spende@schwuz.de
GoFundMe:
https://www.gofundme.com/f/saveourschwuz
Überweisung:
SchwuZ Kulturveranstaltungs GmbH
IBAN: DE05 1004 0000 0534 5772 02
Verwendungszweck: Spende SchwuZ

Wir bleiben stark, bleibt ihr es auch. Und bleibt gesund.
Euer SchwuZ

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