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2021: Ein wildes Jahr

Ein kommentierter Jahresrückblick von Geschäftsführer Florian Winkler-Ohm

Achterbahnfahrten können was richtig Aufregendes haben. In Freizeitparks zumindest. Da kribbelt es so schön vom ständigen Auf und Ab im Bauch. Im realen Leben möchte man sich so was eigentlich ersparen.

Aber Achterbahn ist eben genau das, was mir einfällt, wenn ich das Jahr 2021 nochmals vor meinem geistigen Auge vorbeiziehen lassen. Ein Jahr das so aufhört, wie es angefangen hat – ohne Silvesterparty im SchwuZ. Und als ob das allein nicht schon schlimm genug wäre, fehlten auch alle anderen Highlights der Saison: keine ESC-Party, keine CSD-Party, keine Berlinale-Arte-Party.

Ein Club ist Nähe, Tanzen, Ekstase, Loslassen. Dieses Jahr dealten wir jedoch mit Abstand, Kontrolle und Tanzverbot. Das ist nun mal genau das Gegenteil unseres eigentlichen Business.

19 Monate war das SchwuZ bereits geschlossen, als wir am 30. Oktober das Rolltor am Rollberg wieder öffneten: Großer Rummel und vorsichtiger Optimismus machten sich breit als die Öffentlichkeit sehen und erleben durfte, was fleißige Hände unseres Teams während dem Lockdown so alles geschaffen hatte.

Die neue Pepsi Boston Bar, die mit satt-roten Lippen unsere Besucher:innen begrüßt, die Darkrooms für das schnelle Glück, neuer Boden und strahlende Toiletten. Ja, wir sind wahrscheinlich einer der bestsaniertesten Clubs im Lockdown-Ranking.

Und so verwundert es eigentlich nicht, dass sich für viele Menschen bei uns im Team der Lockdown so gar nicht nach Homeoffice und Füße hoch angefühlt hat, sondern vielmehr nach neu denken und Ärmel hochkrempeln.

Und so haben wir neben all dem baulichen Engagement gegen Corona-Tristesse auch viele andere Ideen verwirklicht. Von Streaming bis zum Webshop, von Outdoorevent im SAGE Club bis zur Beteiligung an Folsom: Queere Sichtbarkeit, wo immer es möglich war.

Das SchwuZ lebt vom Team, dass es am Leben hält – schon 44 Jahre lang. Denn dieser Ort ist und bleibt kein Selbstzweck, sondern ein Versprechen an die Community: Wir machen weiter.

Daher jetzt schon mal für die nächste Achterbahnfahrt anstellen – vor Wagen Nummer 22:

Nächste Runde, nächstes Glück. Jetzt wieder mitfahren, jetzt wieder dabei sein. Die nächste Fahrt geht – hoffentlich – nicht rückwärts.

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